Vortrag: Mein Körper gehört mir (nach Feierabend). PDF Drucken E-Mail
News - Politik
Sonntag, den 15. März 2015 um 12:52 Uhr

Mein Körper gehört mir (nach Feierabend). Eine feministische Auseinandersetzung mit Prostitution

Vortrag und Diskussion mit meine frauengruppe (Leipzig)

Do 23. April 2015 / 19 Uhr / M54

Prostitution ist nach wie vor ein heißes Eisen in der feministischen Debatte, an dem sich die Geister heute stärker scheiden als noch vor zehn, zwanzig Jahren. Die Analyse von Prostitution als eines besonders frauenverachtenden Übels der patriarchalen Gesellschaft, wie sie vielfach von der Zweiten Frauenbewegung vertreten wurde, ist mancherorts einer Betrachtungsweise gewichen, die einerseits individuelle und sexpositive Aspekte von Prostitution stärker in den Vordergrund rückt und andererseits auf den Charakter von Sexarbeit als Lohnarbeit hinweist, die anders denn als Lohnarbeit zu verurteilen moralisierende Heuchelei wäre. Prostitution wird somit zur individuellen Lebensentscheidung der Sexarbeiterin, die es kaum noch gesellschaftskritisch einzubetten gilt. Entsprechend wurde im Herbst 2013 Alice Schwarzers Initiative, Prostitution in Deutschland zu verbieten, mit dem wütenden Verweis auf das Selbstbestimmungsrecht und die vielfältigen Biographien von Sexarbeiter_innen kritisiert.

Diese letzte öffentliche Debatte um das Thema wollen wir in unserer Veranstaltung aufgreifen. Einleitend sollen Auszüge der 3sat-Dokumentation „7 Tage im Bordell“ gezeigt werden, in der auf den Alltag von Sexarbeiterinnen in einem deutschen Bordell eingegangen wird. In einem anschließenden Input werden feministische Positionen zur Prostitution vor- und einander gegenübergestellt. Leitfragen bzw. Diskussionsanstöße werden dabei sein: Ist die Reduktion von Sexarbeit auf Lohnarbeit möglich? Welche Rolle spielen bei der Entscheidung, Prostitution als Dienstleistung anzubieten bzw. in Anspruch zu nehmen, die geschlechterspezifische Sozialisation und das damit einhergehende instrumentelle Verhältnis vieler Frauen zu ihrem Körper? Wie lässt sich eine materialistisch-feministische Kritik formulieren, die Prostitution im Zusammenhang des „warenproduzierenden Patriarchats“ (Roswitha Scholz) erfasst – und zugleich die feministische Solidarität mit Prostituierten in den Vordergrund stellt?

unterstützt durch die Rosa Luxemburg Stiftung

http://meinefrauengruppe.blogsport.de

 
Wohin am 5. März? PDF Drucken E-Mail
News - Politik
Freitag, den 27. Februar 2015 um 18:38 Uhr

In den letzten Jahren habenam 5. März Aufmärsche von Nazis in Chemnitz stattgefunden, die immer erfolgreicher behindert werden konnten. Das Thema "Opfermythos" anlässlich der Niederschlagung des NS scheint bei den Nazis nicht mehr so zugkräftig und up-to-date zu sein (vgl. MD, DD). In Chemnitz kommt noch die Schwierigkeit dazu, dass die bisher veranstaltende Gruppierung mit unter das Verbot der sog. Nationalen Sozialisten Chemnitz fällt. Aktuell liegt der Aktionsschwerpunkt der Nazis in den rassistischen Mobilisierungen (PEGIDA usw). Hier treffen sich organisierte Nazis, Rechtspopulist_innen, Verschwörungstheoretiker_innen und sogenannte „besorgte Bürger_innen“. Der gemeinsame Nenner ist rassistische, völkische und chauvinistische Hetze. Das was ihnen häufig als Angst ausgelegt wird, ist Hass auf Flüchtlinge, auf alles aus ihrer Sicht Abweichende und Fremde, Hass auf eine plurale Gesellschaft insgesamt. Hass der sich im Internet in Gewalt- und Mordphantasien äußert und der sich auf der Straße in Gewalt entlädt. Dazu gab es in den letzten Wochen antifaschistisch viel zu tun. Wöchentlich und teilweise mehrfach in einer Woche waren Antifaschist_innen auf der Straße, um sich "Chemnitz wehrt sich" bzw. CEGIDA in den Weg zu stellen. Darüber ist der 5. März etwas aus dem Blick geraten.

Nun steht er vor der Tür. Aktuell gibt es für den 5. März von Seiten von Seiten der Nazis keine Mobilisierung. Das Bündnis Chemnitz-Nazifrei ruft für den 5. März zu einer eigenständigen Aktion "Täterspurenrundgang" auf und reagiert auf kurzfristige Aktionen von Nazis. Haltet euch den Tag frei und beteiligt euch zahlreich!

Täterspurenrundgang, 5.März 2015, 15:00 Uhr, DAStietz, Chemnitz

Die Bombardierung der Stadt Chemnitz am 5. März 1945 hatte eine Vorgeschichte, die im Zuge des Gedenkens vergessen wird. Auch aus Chemnitz wurden Juden*innen in Vernichtungslager transportiert. Über 30000 Zwangsarbeiter*innen wurden nach Chemnitz verschleppt und zu unmenschlicher Arbeit gezwungen. In Schwerpunktbetrieben kamen Häftlinge des KZ Flossenbürg zum Einsatz. Menschen mit Behinderung wurden in Krankenhäusern sterilisiert und in Euthanasieanstalten gebracht, politische Gegner wurden verfolgt. Sinti und Roma, Homosexuelle und „Asoziale“ wurden stigmatisiert und in Vernichtungslager deportiert. All dies geschah unter den Augen der Bevölkerung. Es wird die Rolle der Deutschen Reichsbahn bei der Deportation von Juden*innen in die Vernichtungslager, beim Transport von Zwangsarbeiter*innen sowie von Soldaten und Kriegsmaterial an die Front beleuchtet. Bei der Spurensuche soll die Gegenwart nicht aus dem Blick verloren werden. In Chemnitz radikalisierte sich der NSU und bereitete mit Unterstützung der Chemnitzer Neonazi-Szene seine Morde vor. Wir gedenken der 10 ermordeten Menschen. Im Rahmen des Rundgangs finden thematische Zwischenkundgebungen statt: Enteignung und Arisierung jüdischer Unternehmen, die Verantwortung der Deutschen Reichsbahn, Rüstungsindustrie und Zwangsarbeit in der Auto-Union und in den Astrawerken, Entwürdigung eines Reichstagsabgeordneten, Verantwortung der Deutschen Bank, der NSU in Chemnitz.

Spurensuche der Tatorte und Täter nationalsozialistischer Verbrechen in Chemnitz

Beginn: 15 Uhr, mit folgenden Stationen:

1. DAStietz - Enteignung jüdischer Unternehmen am Beispiel des Kaufhaus Schocken und einer jüdischen Bäckereikette

2. Reichenhainer Straße/Ecke Altchemnitzer Straße - Die Verantwortung der Deutschen Reichsbahn bei der Deportation von Juden und Jüdinnen in die Konzentrations- und Vernichtungslager, beim Transport von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern sowie bei der Beförderung von Soldaten und Kriegsmaterial an die Front

3. Altchemnitzer Straße 12 - Hier wohnten einige Zeit die Täter des NSU. In Chemnitz radikalisierten sie sich auch und bereiteten mit Unterstützung der Chemnitzer Neonazi-Szene ihre Morde vor.

4. Altchemnitzer Straße - Rüstungsindustrie und Zwangsarbeit in den Astrawerken AG

5. Annaberger Straße/ Ecke Rößlerstraße - Rüstungsindustrie und Zwangsarbeit in der Auto-Union

6. Annaberger Straße/ Lothringerstraße - Enteignung der jüdischen Unternehmen Marschel Frank & Sachs AG und Siegfried Peretz AG

7. Moritzstraße - Bernhard Kuhnt – öffentliche Entwürdigung eines SPD-Reichstagsabgeordneten

8. Falkeplatz 2 - Die Rolle der Deutschen Bank bei der Finanzierung der Nazi-Verbrechen, der Rüstung und der Kriegsführung

 

Am 5. März Täterspurenrundgang und ...?

Am 5. März jährt sich die Bombardierung von Chemnitz im Zuge der notwendig militärischen Niederwerfung des Nationalsozialismus zum 70. Mal. Das Bündnis Chemnitz-Nazifrei wird mit dem zweiten Täterspurenmahngang als zentrale Veranstaltung den Fokus auf die Tätergemeinschaft des NS richten, auf deren Verbrechen in Chemnitz und damit auf die Ursachen. In den letzten Jahren haben wir wiederholt die revisionistischen Aufzüge von Nazis, ihr "Opfergedenken", behindert oder blockiert. Die dafür verantwortliche IG Stadtgeschichte ist von der Verbotsverfügung gegen die Nationalen Sozialisten Chemnitz im letzten Jahr ebenfalls betroffen. Bestehende längerfristige Anmeldungen dürften damit voraussichtlich hinfällig sein. Bis jetzt gibt es keine öffentliche Mobilisierung der Nazis für den 5. März.

Das bedeutet aber nicht, dass diese nicht doch noch stattfindet oder andere Formen wie Spontandemos ausprobiert werden. Wir werden auf kurzfrsitige Entwicklungen reagieren. Haltet euch den Tag frei, für den Täterspurenmahngang und für konkrete Interventionen gegen Nazis. Sollten sie demonstrieren wollen, steht für uns fest: Wir werden sie blockieren.

Aktuelle Infos erfahrt ihr unter:

http://chemnitz-nazifrei.de/

https://www.facebook.com/buendnis.frieden.toleranz

 
Praktikannt_innen gesucht PDF Drucken E-Mail
News - Offene Jugendarbeit
Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 16:14 Uhr

Das AJZ Chemnitz ist ein freier Träger der Jugendhilfe mit verschiedenen sozialpädagogischen und soziokulturellen Projekten und Angeboten.

Wir suchen Praktikannt_innen, welche erfolgreich ihre Praxiserfahrungen unter fachlicher Anleitung erweitern möchten, Kompetenzen im Feld der Sozialen Arbeit im Bereich offener Kinder- und Jugendarbeit und außerschulischer Jugendbildung erwerben oder ausbauen wollen. Wir bieten interessante, vielseitige und verantwortungsvolle Aufgaben, die Möglichkeit von eigenverantwortlichem Handeln und dem Einbringen von eigenen Ideen und der Umsetzung eigener Projekte.
Fühlst Du dich angesprochen, dann melde Dich unter jugendclub[at]ajz.de oder 0371 / 4498713.

Wir freuen uns auf Dich!

 

 
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News - Allgemein
Freitag, den 07. November 2008 um 17:56 Uhr

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