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Stellungnahme zum Einzug von Yves Rahmel in den Stadtrat

Der Einzug von Yves Rahmel für die Wählervereinigung Pro Chemnitz in den Chemnitzer Stadtrat markiert einen Einschnitt, den wir als Träger der Jugendhilfe nicht unkommentiert lassen können. Es ist ein Signal, das über eine einzelne Personalie hinausweist – und das die politische Kultur unserer Stadt betrifft, in der wir seit über drei Jahrzehnten mit jungen Menschen arbeiten.

Yves Rahmel ist in Chemnitz seit vielen Jahren als zentrale Figur der extrem Rechten und Rechtsrock-Szene bekannt. Als ehemaliger Betreiber des Labels „PC-Records“ und einer Veranstaltungsfläche in Markersdorf, die über Jahre als Treffpunkt neonazistischer Kameradschaften diente, hat er maßgeblich zur Verfestigung rechtsextremer Strukturen in unserer Stadt beigetragen.

Wir, das Alternative Jugendzentrum e.V. Chemnitz, sind seit 1990 als Träger der freien Jugendhilfe in Chemnitz aktiv – mit einer Vielzahl sozialpädagogischer Projekte für junge Menschen ebenso wie mit einem überregional bekannten Kultur- und Konzertbetrieb. Musik und Jugendkultur waren für uns immer Mittel der Verständigung, der Selbstermächtigung und des gemeinsamen, gewaltfreien Miteinanders – nie Vehikel zur Verbreitung menschenverachtender Ideologie. Der Gegensatz zwischen dieser Arbeit und dem, wofür Rahmels Wirken über Jahrzehnte stand, könnte kaum größer sein.

Als Träger für verschiedene Projekte Sozialer Arbeit verstehen wir unsere professionelle Praxis als menschenrechtsbasiert – und fühlen uns selbstverständlich zu parteilicher Positionierung gegen Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verpflichtet. Auch und gerade dann, wenn entsprechende Positionen in demokratisch gewählten Gremien vertreten sind.

Unsere Angebote sind seit jeher basisdemokratisch, antirassistisch, antisexistisch, inklusiv und partizipativ ausgerichtet. Dass eine Person mit dieser Vorgeschichte nun demokratisch legitimiert im Stadtrat sitzt, ist für viele junge Menschen in Chemnitz – und für uns als Träger, der täglich mit ihnen arbeitet – eine bedrückende Nachricht.

Wir werden auch weiterhin klar Position beziehen: gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit – und für eine Stadt, in der junge Menschen sich sicher, gehört und willkommen fühlen können, unabhängig von Herkunft, Aussehen, Religion oder Lebensentwurf. Wir bleiben ein offener Ort für Musik, Kultur und politische Bildung – und ein verlässlicher Partner für alle, die sich dieser Haltung anschließen wollen.

Quellen

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